«Unter ‹waschechten› Heteros gibt es keinen Raum für Ironie,
für Spiel, Gänsefüsschen, Stilisierung», heisst es einmal in
Witkowskis Roman. «Sie stecken bis zu den Ohren in ihren
gesellschaftlichen Rollen, und da kommen wir ihnen mit unseren Transgressionen, Metamorphosen und Verkleidungen. Wir
relativieren alles.» Vielleicht ist dies die auffälligste Eigenheit
dieses voller Eigenheiten steckenden, in Polen heftig diskutierten ‹Schwulenromans› «Lubiewo» (2007, Suhrkamp): dass es ihm
spielend gelingt, auch in «waschechten Heteros» die Sinne für die Welt dieser alternden, der kommunistischen Ära nachtrauernden ‹Tunten› zu öffnen. Witkowski, geistiger Nachkomme Witold
Gombrowicz’, verhandelt in seinem Porträt der Breslauer Schwulenszene
nicht nur sämtliche grossen Lebensthemen, sondern weiss
dies aufs Kunstvollste zu gestalten. Ohne Schonung sind seine
Beschreibungen, aber nie denunziatorisch. Witowski gibt seinen Figuren vielmehr, so Ulrich Schmid in der NZZ, «die Würde tragischer Helden, deren Schicksal die condition humaine zu Beginn des
21. Jahrhunderts nur in besonders grellem Licht spiegelt.»
Im Rahmen des Workshops (s. Kasten oben) stellt der Literatur-
wissenschaftler und Übersetzer Wojciech Zahaczewski den Roman vor, berichtet über die Debatten, die dieser in Polen ausgelöst
hat, und diskutiert mit den Schweizer Kolleg/inn/en.
Interessierte Besucher sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.
Dienstag/ 3. Juni/ 17–19 Uhr
Vorverkauf: BiZZ/ Bahnhofstrasse 9/ Tel. 044 221 22 83
Vergünstigungen für: Mitglieder der Museumsgesellschaft
und Legi, AHV/IV, Arbeitslose sowie mit ZKB-Karte.
Bitte Vorverkauf benützen oder reservieren.
Reservierte Karten müssen bis 15 Min. vor
Veranstaltungsbeginn abgeholt werden.
Literaturhaus Museumsgesellschaft
Limmatquai 62/ 8001 Zürich
Tel. 044 254 50 08/ Fax 044 252 44 09
Reservationen unter Tel. 044 254 50 00
www.mug.ch
www.literaturhaus.ch
Erreichbar mit Tram 4/ 15
Haltestelle Rathaus
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