Tuesday, 07 February 2012
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Taxi Story Nr. 3
Und schon wieder wurde es spät heute Nacht, Montag den 4. Februar 2008. Ich war an einem Modeevent in Genf - meine Busenfreundin Fatma - aus der Familie der Kalifen und Oelscheichs - hat zum Fashion Event geladen. Es war wieder fulminant und dekadent. Einzig mein kleines Sekretärinnengehalt hat mich davon abgehalten, bei dieser privaten Modenschau zuzuschlagen und mich mit den neusten Stoffen und Trends einzudecken.

Mit dem letzten Zug dann wieder nach Zürich und bei dem Rieselregen und meinem schönen, neuen Mouton Retourné Mantel, nahm ich wieder mal das Taxi am Hauptbahnhofheim. Am Steuer, mein braves Liesel, wieder mit sportlichem Fliespulli mit seitlichem Reisverschluss, den Mittelfinger in einer Schutzkappe (kleiner Unfall in der Küche beim Nebenjob) und einer neuen Frisur (Gutschein von einem spendablen Taxikunden) - Coup de Garçon sei das.

Wir fahren los - ich hab die Liesel im Verdacht, dass Sie die kurze Strecke vom Bahnhof ins Seefeld mit Umwegen fährt, damit die Fahrt länger geht und ich sie mit meinen neusten Stories beglücke. Kaum fährt das Taxi los - die obligate Frage:"Na was geht wieder ab - in der Welt des schöden Mammons". Ich bin nicht so scharf drauf, ihre Neugier zu befriedigen. Am liebsten hör ich ihr selbst zu - aus der Welt des "red-light district", der Geschichten der Nacht, der Heimatlosen, der Betrunkenen, der Nachtschwärmer und der Neurotiker.

Liesel enttäuscht mich heute - es sei nicht ihr Tag heute - ganz und gar nicht. Nur langweilige Kunden - Geschäftsleute aus Zürich, die nach Oerlikon oder Winterthur gefahren werden mussten und die sich während der Taxifahrt mit ihren langweiligen Ehefrauen und Freundinnen über Lapalien unterhalten haben. Kein flinker Stockbroker, der ein paar Anlagetipps springen liess, wenn man genau hinhorchte. Kein Oelmulti, der mit einem Tausender bezahlt und 950 Franken trinkgeld gibt. Kein deutscher, alternder Schauspieler, der melancholische Lieder zu Besten gibt und dann am Ziel zu erkennen gibt, dass er kein Geld dabei habe. Und kein junges Liebespäarchen, dass ungehemmt auf dem Rücksitz zur Sache geht.

Nein, heute sei es zum Einschlafen langweilig gewesen und trotz Nieselregen erst noch wenig Kundschaft. Und zu allem Unmut auch noch einen Schaden am Taxi. Sie habe das Gefährt heute morgen aus der Garage geholt und schon bei der ersten Kreuzung hätte es gekracht. Der Auspuff. Dabei war der "Klapf" grad eben in der Inspektion. Heut sei halt nicht ihr Tag. Und selbst das Banken Tussi habe nix Originelles zu erzählen. Heute sei halt nicht ihr Tag.

Samantha - aus dem Logbuch einer Assistentin.





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