Wednesday, 08 February 2012
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Luzern ohne Mummenschanz
Heute, Sonntag, der 3. Februar, war ja saumässig kalt. Ich hatte die Wahl, mich in meiner warmen, schnuckeligen Altbauwohnung im Seefeld einzulümmeln, im Pijama vor dem Kamin zu sitzen und meine italienisch Kenntnisse aufzubessern - oder - den Tag in der Sonne zu verbringen. Ich fuhr nach Luzern - zur Fasnacht.

Dick eingepackt - Mütze, Snowboardhandschuhe und Pelzmantel - fuhr ich mit meinem kleinen Cabrio los. Parkplatz null problem. Sonne und eisige Kälte liessen mich den Winter so richtig auskosten. Die Flaniermeile am Fluss entlang spazierte ich alleine unter unzähligen Sonnenanbetern und Touristen mehrmal durch. Meine neue Digitalkamera fest im Griff, freute ich mich schon auf originelle Fasnachts-Sujets, farbenfrohe Kostüme, schauerliche Make-ups und tollkühne Performances. Ich war bereits um 12.30 in Luzern, aber bis um 14.00 Uhr sah es nicht nach Fasnacht und Tollerei aus. Gemäss meinem Papa, der mal in Luzern gearbeitet hat - in jungen Jahren - soll es in dieser katholischen Hochburg während den Fasnachts-Tagen mehr als "unkeusch" zu und hergehen. Von "Kuppeleien", "narrischen Schmusereien" bis zum ausserehlichen Abenteuern in den Gassen und auf den Treppen der Altstadt - das wollte ich doch genauer in Augenschein nehmen.

Bis um 15.00 Uhr spazierte ich durch die Altstadt. Harmlose Touristenscharen von Japanern, Chinesen, Südamerikaner und eine Horde von neureichen Russen - und vereinzelt ein paar angemalte Knirpse, begleitet von gelangweilten Eltern, die ihren Lieblingen zuiebe eine Katzen-Nase oder Hasen-Ohren an den Kopf drapierten.

Vielleicht geht das närrische Treiben ja erst bei Dunkelheit los, dacht ich mir und wärmte mich in verschiedenen Cafés ein wenig auf. Zuerst vertilgte ich verschiedene Canapés im "Heini", dann eine deftige Suppe im "Café de la Ville" - und schliesslich einen Baileys im Hotel Schweizerhof, an der Bar. Um 17.30 - es dunkelte schon ein, waren immer noch keine Fasnächtler zu sehen.
Das konnte doch nicht sein. Seit Donnerstag ist doch der Teufel los in Luzern, im Aargau und im Soloturnischen.

Damit meine Digitalkamera nicht ganz umsonst mitgeschleppt wurde, fotografierte ich das KKL, das Hotel "the Hotel", beides von Jean Nouvel, den See - aus verschiedenen Perspektiven, die Schwäne, die Schiffe, die Holzbrücke und ein paar besoffene englische Pappnasen im English Pub.

Gegen 19.00 Uhr dann zurück zu meinem Wagen - wieder ein 200 Franken Busse wegen unvorschriftsmässigem Parken..... und dann der Idiot, der neben mir parkte und mich darauf hinwies, dass am Sonntag alle Fasnächtler ausschlafen, um am Montag Abend wieder die Sau rauszulassen. Warum sagt einem dies niemand?

Samantha - aus dem Logbuch einer Assistentin





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