Tuesday, 07 February 2012
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Dress for more and better success

red Die Modepalette für die Frau ist breit und vielschichtig und bietet interessante Möglichkeiten der Selbstinszenierung. Schön und gut! Die grosse Auswahl birgt aber auch Gefahren, denn Kleider sprechen eine nonverbale Sprache, die je nach Anlass ganz schön daneben sein kann. Insbesondere Frauen in Führungspositionen sollten ihre Auswahl so treffen, dass  ihr Berufs-Outfit  gegenüber dem Outfit ihrer männlichen Kollegen eine gleichwertige Kleidersprache spricht. Nun, was heisst das?


Pflichttenue des Managers ist der Strassenanzug (dezenter Anzug in eher dunkler  Grundfarbe, Langarmhemd und Krawatte). Zugegebenermassen wirkt Mann in diesem Outfit (vorausgesetzt der Anzug sitzt) sachlich, kompetent und professionell.
Will Frau ihm kleidersprachlich auf der gleichen Ebene begegnen, greift auch sie grundsätzlich auf ein dreiteiliges Outfit zurück. In diesem wirkt sie nämlich schlicht „fertiger" und potenter und somit unanfechtbarer als in einem Kleid. Die richtige Wahl sind also ein Hosenanzug, ein Kostüm oder eine Kombination aus Jacke/Hosen oder Jacke/Rock mit passendem Innenleben. Dazu trägt sie geschlossene, dunkle Schuhe mittlerer Absatzhöhe.Auch wenn das Angebot an Hosenanzügen und Kostümen in bunten und süssen Farben mit romantischer Musterung beachtlich ist, entscheidet sich die smarte Managerin für ein Outfit in gedeckten, eher dunklen Grundfarben, da es nicht Ziel sein kann, dass sie bei ihren Kollegen den Beschützerinstinkt weckt, sondern von ihnen als ebenbürtig wahrgenommen wird. Hierbei sollte sie beachten, dass sie in dunklen Blautönen und Grautönen auf ihr Gegenüber zugänglicher und  kommunikativer wirkt als in Schwarz. Bunte und helle Farben wählt sie fürs Innenleben also für Blusen, Tops oder Feinstrickpullis.


Anlassgerecht und trotzdem individuell

Selbstverständlich darf ihr Outfit dezente Musterungen wie Nadelstreifen, Kreidestreifen oder Fischgrat aufweisen. Diese dürfen gerne auch farbig sein, aber eben dezent, denn in der Tat bringt eine Musterung Spannung ins Outfit.
Auch die vielseitigen Schnittformen von Hosenanzügen oder Kostümen geben Freiraum für individuelle Interpretationen. So kann die Managerin mit einer Jacke, die bis knapp unters Gesäss reicht, eine eher klassische Schnittform wählen. Wünscht sie sich aber eine frechere Wirkung, entscheidet sie sich für ein gehrockartiges Jackett, das ihr eine sehr weibliche und dennoch dynamische Ausstrahlung verleiht. Auch eine Tailleur-Jacke, die auf Hüfthöhe endet, bringt Abwechslung in die weibliche Garderobe.
Die klassische Rocklänge reicht bis knapp unters Knie. Will die Schweizer Managerin es aber der eleganten Italienerin gleichtun, dann darf sie sich auch für eine Länge bis eine Handbreite über dem Knie (ca. 7cm über dem Knie) entscheiden, vorausgesetzt sie hat die Beine dazu.
Etwas haben alle „kompetenten" Outfits gemein: Sie sollen körpernah geschnitten sein und ein gutes Voranschreiten erlauben. Ausserdem sollte der „Schliessknopf" einer Jacke auf Taillenhöhe liegen,  denn das ist die schmalste Stelle eines jeden Körpers und die soll optisch betont werden.

Schuhe - weit mehr als ein Accessoire
Für geschlossenes Schuhwerk entscheidet sich die clevere Managerin deshalb, weil sie darin einen sichereren Stand hat, sich ebenso schnell fortbewegen kann, wie ihre männlichen Kollegen und beim Gang zur nächsten Sitzung nicht lächerlich klappernd hinter den Männern nachstöckeln muss. Dunkel sollten sie sein, weil Frau in dunklen Schuhen standhafter wirkt als in hellen.
Trotz dieser Einschränkungen eignen sich Schuhe besonders gut, um der Individualität Ausdruck zu verleihen und den persönlichen Stil zu zelebrieren - sie sind weit mehr als ein Accessoire. Ob die edlen Treter nämlich eher spitz zulaufen oder eine runde Zehenkappe vorweisen, ob sie mit leichtem Glanz auf sich aufmerksam machen oder eine matte Oberfläche haben, ob sie mit einer Schnalle verziert sind oder ohne jegliche Applikation gearbeitet sind,  all das liegt ganz allein an den persönlichen Vorlieben einer Businessfrau und verrät viel von ihrer Persönlichkeit.
Soviel zur managertauglichen Garderobe. Nun fehlen noch die Accessoires.


Accessoires - diskrete Blicklenker
Accessoires können ein Outfit perfekt abrunden oder komplett ruinieren, manchmal aber auch retten, und es gibt deren viele. Wir beschränken uns hier auf Schmuck, Make-up, Tücher und die Frisur.

> Mit Schmuck kann Frau trotz nüchternem Berufsalltag ihre Weiblichkeit betonen und besonders vorteilhafte Stellen in Szene setzen. So lenkt Ohrschmuck den Blick des Betrachters auf ihre schönen Augen, ein Ring auf ihre schmalen Hände und ein Collier betont ihren schlanken Hals. Selbstverständlich ist im Berufsalltag in Sachen Schmuck Zurückhaltung angesagt. Frau trägt höchstens drei Schmuckstücke plus Ehering. Diese sollten aus edlen Materialien gefertigt sein und eine dezente Ausstrahlung haben. Ohrschmuck, der bei jeder Kopfbewegung ins Schwingen gerät, erscheint nicht eben sachlich und ein Ring, der auf den Geschäftspartner wie eine Waffe wirkt, dürfte auch eher kontraproduktiv sein.

> Ein dezentes Make-up untermalt ihre Professionalität und ist im Berufsalltag ein Muss. Entweder Augen oder Lippen farblich dezent hervorzuheben, ist absolut legitim. Viel Farbe ist aber höchstens bei festlichen Abendanlässen angesagt.∑ Tücher gelten als Krawattenersatz für die Frau. Tatsächlich lässt sich ein Outfit mit einem hübschen Tuch aufpeppen. Es sorgt für einen erfrischenden Farbtupfer und verleiht dem Outfit eine gewisse Sachlichkeit, insbesondere dann, wenn es einen zu üppigen Ausschnitt kaschiert.

> Die Frisur darf ihre Weiblichkeit betonen. Eine Karrierefrau muss also keineswegs einen „männlichen" Haarschnitt tragen, um geschäftstauglich zu wirken. Das regelmässige aus dem Gesicht-Streichen von Haarsträhnen sollte aber tunlichst vermieden werden. Es empfiehlt sich auch, dass die Managerin eher durch fachliche Kompetenz, denn durch grelle Haarfarben auf sich aufmerksam macht.

Fühlt sich Frau unwohl in ihrem Outfit, äusserst sich das durch ihre verklemmte Haltung - sie nimmt nicht gerne viel Raum ein, will nicht wirklich gesehen werden. Auch das ständige Zupfen und Richten an etwelchen Bekleidungsteilen zeugt nicht gerade von Selbstsicherheit und sind ein deutliches Zeichen dafür, dass sie ihre Outfit-Strategie überdenken muss.


Achtung Faux-pas
Folgende Punkte führen immer wieder mal zu Diskussionen an meinen Seminaren und Workshops. Denn aufgepasst - nicht alles was Trend ist, ist businesstauglich oder anlassgerecht!

>nackte Füsse in offenen Schuhen und nackte Schultern wirken nie geschäftsmässig

>ein Kleid an Stelle eines dreiteiligen Outfits wirkt zu weiblich und zu weich

> zu viel und zu üppiger Schmuck untergraben die Sachlichkeit und Kompetenz

> zu bunte und zu verspielte Stoffe oder aber zu graue und zu langweilige Outfits sprechen gegen die TrägerinViel Erfolg beim Umsetzten der (neuen) Outfit-Strategie!


Maria Schmutz-Wyder




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