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P lötzlich war sie da, Anna Netrebko, die russische Sopranistin mit der Jahrhundertstimme und der Karriere wie aus dem Märchenbuch. Anna Netrebko begeistert das Opern-Publikum auf der ganzen Welt, Magazine schmücken sich mit ihr, Biographien werden geschrieben, Hollywood schickt Drehbücher.
Woher kommt diese Begeisterung? Warum werden Opernarien plötzlich auch für Menschen, die bisher nicht viel mit klassischer Musik anfangen konnten, zum absoluten Muss?
- Opera goes Pop. Anna Netrebko verbindet klassische Oper mit einem poppigen, modernen, modischen Auftritt. Sie entstaubt das Image der Oper, lockt auch junge Menschen in Theater und Fussballstadien und macht klassische Musik für eine breite Masse zugänglich.
Bewusst auf Erfolg setzen. Anna Netrebko wählt ihre Rollen sorgfältig aus, nimmt nur Angebote an, die wirklich zu ihrer Persönlichkeit und Stimme passen. So hat sie ein Filmangebot aus Hollywood abgelehnt - weil sie das Skript nicht interessant genug fand.
Steil nach oben - mit kleinen Schritten. Sie ist geduldig, baut ihre Karriere langsam und mit Bedacht auf. 1994 gab sie ihr Debüt als Susanna in "Le Nozze di Figaro" auf der Petersburger Bühne. Ihren grossen internationalen Durchbruch hatte sie jedoch erst 8 Jahre später bei den Salzburger Festspielen unter dem Dirigenten Nikolaus Harnoncourt.
Natürlichkeit statt Diva-Allüren. Anna Netrebko wirkt absolut authentisch, nichts ist gestellt. Im Gegenteil: Ihre Partien sprudeln nur so vor Natürlichkeit.
Gekonnte Selbstdarstellung. Sie legt Wert darauf, gut auszusehen - auch wenn das laut eigener Aussage mit aufgerissenem Mund und verzerrtem Gesicht schwierig ist. Aber sie weiss, wie sie sich zeigen muss - und lässt Kameras deshalb nicht zu nahe an sich heran.
Literaturhinweise:
• Dolak, Gregor: Anna Netrebko - Opernstar der neuen Generation. Heyne, 2006
• Reissinger, Marianne: Anna Netrebko - ein Portrait. rororo, 2007
Von Dr. Petra Wüst
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