Wednesday, 08 February 2012
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a day in London 2
Written by samantha
Wir schreiben den 11. März 2008 und ich bin immer noch in London - hab mich allerdings von meinem Chef "abgenabelt", sprich, er geht alleine zu den nächsten Meetings (scheinbar "sensitive topics") und somit bin ich quasi "on vacation"...

Durch den ständigen Regen und die Feuchtigkeit, sind meine Haare, mit denen ich eh schon zu kämpfen habe, noch dünner und noch grader und brauchen ein wenig Styling. Ich geh zu Tony & Gard - eine Art "Gidor" - eine eher günstige Kette von Hairdressern. Ok, das Design ist exklusiver und die Hairdresser sehen alle aus wie Models - Männlein oder Weiblein. Aber so genau sind einige nicht als das eine oder andere zu identifizieren.

Was sie alle gemeinsam haben sind halblanges glattes Haar, welches bis tief ins Gesicht hängt und sie sind alle spindeldürr und tragen Jeans und Ballerinas.

"Your hair is so beautiful, darling", flötet Gary, der mir zugeteilte Hairdresser. "So long and so shiny - a bit thin though, but we will handle that, will we". Mit schnellen Bewegungen und kurzen Schnitten mit seiner kleinen Schere, wirbelt er mich auf dem Drehstuhl rum. Ich seh auf den Boden - er hat kaum was geschnitten - nur die Spitzen. Aber dann hat er dennoch ein Wunder vollbracht: Meine Haare stehen frech raus auf allen Seiten und sie glänzen heller. "It is magic, Darling, just magic - I have magic hands, I am Edward Scissorhand - you know", flötet Gary und präsentiert mir die stolze Rechnung von 60 Pfund, das sind ja 138.-- Schweizer Franken.

Kaum auf der Strasse, springt mir die Werbung von Burberry ins Auge. Christopher Bailey der Kreativ Director hat die Marke ja aus der biederen Ecke ins Fashion Life zurückgeholt. Ich geh rein und schon haben mich die jüngeren Kopien von Mr Bailey um den Finger gewickelt. Einen klassischen Burberry lass ich mir andrehen, ganz eng geschnitten, zum Glück bin ich eher dürr, und den Gürtel trägt man geknotet - NICHT ordentlich in der Gürtelschnalle, das hat der süsse Verkäufer 2 x betont. Ueber den Preis schweige ich mich jetzt aus.

Der Preis liess mich dennoch schwindlig werden vorallem da ich dem Portemonnaie und dem Schlüsselanhänger der gleichen Marke nicht widerstehen konnt und so fahr ich mit der U-Bahn bis zum Piccadilly Circus und gehe die Piccadilly Road runter bis zu meinem Lieblingsrestaurant, "The Wolseley". Wie immer stehen die Briten an der Kasse Schlange, um einen Tisch in diesem alten, ehrwürdigen Etablissement zu ergattern. Einer der Manager, sichtet meinen neuen Burberry und kommt lächelnd auf mich zu. "Oh dear, can I help you in any way". Und schon sitz ich auf der Gallerie mit Blick auf alle Tische und das bunte Treiben im Parterre. Die alten Leuchter, die schwarz-goldenen Wände, die Spiegel an der Bar und die auf Jugendstil gestylten Kellner.

Ich ess ein Sandwich, trinke Tee und beobachte, was sich so tut. Ich hab Ansichtskarten gekauft, vom Tower of London, vom Buckingham Palace, vom London Eye und dem Green Park und als ich sie an meine Freunde adressiere, kommt unten im Parterre plötzlich Stimmung auf. Ich höre lautere Stimmen und sehe wie die Sicherheitsleute und die Manager des Restaurants ein paar Journalisten mit Kameras nach draussen drängen - und bei genauerem Hinsehen mit Brille - sehe ich den Schauspieler Hugh Grant in weiblicher Begleitung zu einem freien Tisch marschieren. Er sieht ein wenig zerknittert aus, ist ja auch nicht mehr der Jüngste ("Four weddings and a funeral" ist ja bereits 14 Jahre her).

So geht mein Tag in Swinging London 2008 vorbei und ich mach mich auf den Heimweg ins Hotel. Morgen wieder zurück nach Zürich.

Samantha - aus dem Logbuch einer Assistentin.


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